Fast jede von uns hat Lücken in ihren Aufzeichnungen: eine Urlaubswoche, ein paar vergessene Tage, eine längere Pause. Das ist normal. Man sollte nur wissen, wie man solche Lücken liest.
Die wichtigste Regel: ein fehlender Eintrag ist fehlende Information — nicht die Information, dass nichts passiert ist.
Ein Tag ohne Notiz ist nicht dasselbe wie ein Tag mit der Notiz „mir geht es gut“. Wenn du später deine Beobachtungen durchsiehst (oder sie einer Ärztin oder einem Arzt zeigst), behandle leere Tage als „ich weiß es nicht“, nicht als „alles war in Ordnung“. Leere Tage als gute Tage zu lesen kann das Bild verzerren — in welche Richtung, weiß niemand, denn genau das wurde nicht aufgeschrieben.
Deshalb sind drei verschiedene Arten von Einträgen hilfreich: „ich habe das Symptom“, „ich habe das Symptom nicht“ (ein wertvoller Eintrag!) und — beim nachträglichen Ausfüllen — „ich erinnere mich nicht“. Eine kurze Notiz „ohne Schmerzen“ sagt mehr als ein leerer Tag. Und wenn du etwas Tage später nachträgst, markiere es als Ergänzung — zum Beispiel mit dem Datum des Nachtrags. So könnt ihr, du und deine Ärztin oder dein Arzt, eine Beobachtung von jenem Tag von dem unterscheiden, was du aus dem Gedächtnis rekonstruierst.
Machen Lücken den Wert deiner Aufzeichnungen zunichte? Nein. Auch unregelmäßige Notizen helfen, wiederkehrende Dinge zu bemerken und Fragen für einen Termin vorzubereiten. Du musst auch nichts „nachholen“ — eine ehrliche Aufzeichnung mit Lücken ist besser als eine unter Druck aufgefüllte. Regelmäßigkeit ist eine hilfreiche Gewohnheit, keine Pflicht.
Und die allerwichtigste Regel: Du brauchst keine Notizen, um ärztliche Hilfe zu suchen.
Wenn dich etwas beunruhigt, vereinbare einen Termin zum nächstmöglichen Zeitpunkt — du kannst ganz ohne Aufzeichnungen kommen. Bei plötzlichen Symptomen, etwa sehr starker Blutung oder plötzlichem starkem Schmerz, suche dringend Hilfe.